@bueti und der Stammtisch

Reinhard Buetikofer gehört zu den Politikern, die früher als andere erkannt haben, was Web-Zweinull-Tools wie Facebook und Twitter an Möglichkeiten für die politische Kommunikation bringen. Wenn man sie richtig versteht und anwendet. Also auf jeden Fall selbst bedient. In einem lesenswerten Interview mit tagesschau.de hat Buetikofer seine persönliche Sicht zu twitter, facebook & co. offenbart. Und er hat das Interview auch selbst als @bueti auf twitter promoted.

Buetikofer bezeichnet twitter darin als “Stammtisch” der digitalen Welt. Das Bild hat was, auch wenn es anders als beim brick&wall- Stammtisch auf twitter viel leichter ist, “Geisterfahrer” einfach zurück zu lassen, ohne gleich den ganzen Stammtisch aufzugeben. Seine Posts werden einfach nicht mehr beantwortet. Oder erst gar nicht mehr gelesen. Als ultima ratio kann jemand nicht nur unfollowed, sondern geblockt werden. Ihm wird quasi der Stuhl vom Stammtisch vor die Tür gestellt, doch die Diskussion geht weiter.

Richtig ist Buetikofers Verständnis davon, dass es nicht darum geht, auf twitter oder Facebook Wahlen zu gewinnen. Doch es findet mehr statt als nur Multiplikatoren zu erreichen, die sich dann im first Life auf die Socken machen und Nachbarn, Mitbürger und Kollegen zu überzeugen.

Word-of-Mouth findet auch als Word-of-Tweet Verbreitung. Nämlich dann, wenn die nicht nur politisch gefärbten Tweets die Relevanzschwelle überspringen und als qualitative Nachricht in eine RT-Welle münden. #Hashtags ermöglichen es, diese Themen auch an jene zu bringen, die nicht an Parteipolitik, sondern primär an Sachfragen interessiert sind und das jeweilige #Issue beobachten. Sind diese Multiplikatoren überzeugt, dass der politische Tweet “authentisch” ist, werden sie die Meinung mit hoher Wahrscheinlichkeit re-tweeten. Aber eben auch erst dann, womit die große Chance für die Politik zugleich eine (vielleicht noch größere) Herausforderung darstellt.

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