Ausland


2
Mrz 13

Klartext: er hätte es besser wissen müssen

Es gibt einen Unterschied zwischen Klartext und Dummheit! In der Frage, ob es klug war, Berlusconi und Grillo Clowns zu nennen, gibt es nur eine Antwort: Nein. Es war saudumm und nicht kanzlerfähig!
Wenn es so ist, wie Steinbrück sagt, dann haben er und das Land, was er regieren will, ein Interesse, dass jene Clowns nicht zu stark werden in Italien (oder gar in die Regierungsverantwortung kommen). Dann muss er die Klappe halten, jetzt wo der Präsident Italiens sehr vorsichtig agieren muss, damit nicht genau das passiert (dass Berlusconi wiederkommt).
Denn den Auftrag zur Regierungsbildung müsste Staatspräsident Napolitano der Arithmetik nach an Grillo oder Berlusconi spätestens dann erteilen, wenn die PD keine Mehrheit zustande bringt.
Da der “Cavaliere” im Fall einer Beauftragung seine üblichen Bestechungsmittel einsetzen wird, will Napolitano ihn erst gar nicht beauftragen müssen (und Grillo wegen Unberechenbarkeit auch nicht).
Wenn er sich zuvor aber mit einem deutschen (!) Kanzlerkandidaten getroffen hat, der beide als Clowns beleidigt (und mit ihnen Millionen italienischer Wähler), liefert er beiden nur unerwünschte Wahlkampfmunition. Daher konnte Napolitano gar nicht anders, als das Gespräch mit dem Problem-Peer ablehnen, um sich selbst nicht angreifbar zu machen (und somit die Möglichkeit zu behalten, das Parlament enrneut aufzulösen, um spät aber doch noch eine vernüftige Regierung zustande zu bringen).
Dieses hätte Peerlusconi bedenken müssen, bevor er sich zu dem Wahlergebnis – aus innenpolitischen Gründen – so äussert. Napolitano hat recht: denken kann man viel, sagen als staatstragender Politiker kann man zuweilen tatsächlich nicht alles, wenn man die Interessen der eigenen Bevölkerung im Auge hat! Es sei denn, es wäre Steinbrück egal, wer in Italien regiert. Das aber wäre eine Frechheit gegenüber den anständigen Italienern.

Dass Steinbrück versucht, sich mit billigen Klartext-Sprüchen zu profilieren, ist wirklich arm! Er hätte es besser wissen und die Klappe halten müssen!


9
Nov 12

Die Illusion

20121109-121255.jpg

Angela Merkel ist die erfolgreichste CDU-Politikerin der vergangenen 15 bis 20 Jahre. Erfolgreicher als alle männlichen Kollegen. Wahrscheinlich auch erfolgreicher als Politiker aus anderen deutschen Parteien, wenn man berücksichtigt, wo Angela Merkel begonnen hat: nicht als “Kohls Mädchen”, wie manchmal behauptet wird, sondern bei Null: als unbekannte Mitarbeiterin eines bald darauf entmachteten Politikers der untergegangenen DDR. Also ohne Seilschaft, erst recht ohne Hausmacht. Was also ist die Basis dieses bemerkenswerten Weges von der Templiner Provinz zur mächtigsten Frau der westlichen Welt?

Continue reading →


16
Feb 12

„Le candidat, c´est moi!

Eigene Interpretation des Autors

Lange hat sich der Präsident gescheut, doch jetzt hat Nicolas Sarkozy seine erneute Kandidatur für das höchste Amt der Grande Nation öffentlich bekannt gegeben. Und auch wenn die Vorzeichen alles andere als „trés beau“ aussehen, so zeigt sich Sarkozy kampfbereit und siegessicher. Seine Wahlkampf-Trickkiste scheint prall gefüllt. Continue reading →


13
Feb 12

WMD

20120213-131105.jpg

Als Colin Powell am 5. Februar 2003 seine Rede im New Yorker Hauptquartier der Vereinten Nationen beendet hatte, war der Fall klar: worüber die Welt seit vielen Wochen, spekuliert hatte, stand nun fest. Der Irak war im Besitz von Massenvernichtungswaffen. Umfangreiches Material wurde den Mitgliedern des Sicherheitsrates präsentiert, welches die USA seit Monaten recherchiert hatten und das die schlimmsten Vermutungen bestätigte. WMD, Weapons of Mass Destruction, gaben den letzten Ausschlag. WMD waren der Grund, weshalb schliesslich das drastischste aller Mittel angewendet werden konnte, ohne dass die Bevölkerung – Wähler in demokratischen Ländern – protestierten: Krieg!
Auch heute geht es wieder um WMD, so scheint es. Mit großem Aufwand recherchieren seit Monaten Kohorten von Spezialisten für das “Ausgraben” geheimster Details (“investigative Journalisten”) hinter Christian Wulff her. Und Wulff ist nicht irgendwer.

Continue reading →


9
Feb 12

Halbzeit in Amerika

Karl Rove kritisiert Clint Eastwood für angebliche Obama-Unterstützung. Damit schafft er das Problem, was er verhindern wollte.

Selten hat ein Werbefilm politisch derartig Wellen geschlagen wie dieser Spot des US-Autoherstellers Chrysler. Zum Super Bowl Endspiel am 5.2.2012 schaltete das Unternehmen den mit zwei Minuten Länge rund 15 Millionen Dollar teuren Film, in dem die Schauspieler-Legende Clint Eastwood (“Gran Torino”) die Erholung Amerikas “in der zweiten Halbzeit” beschwört.

Politische Kommentatoren und Berater von US-Präsident Obama deuteten den Spot als günstig für die Politik des Präsidenten und entfachten damit eine tagelange Debatte über mögliche Gefälligkeiten des Unternehmens für Präsident Obama, der Chrysler im Zuge der Wirtschaftskrise mit Milliarden Dollar Staatshilfe vor dem Konkurs gerettet hatte.
Clint Eastwood dementierte jede politische Absicht hinter dem Film sowie jede politische Nähe zu Präsident Obama. Wer jedoch den Grundtenor des Films (Rückkehr zu Wirtschaftliche Stärke der USA) politisch propagieren möchte, solle das tun (“go for it!”).
Kritiker des Films werfen den Urhebern vor, sich am Vorbild der politischen Werbespots der USA, dem Film “It is Morning again in America” von Ronald Reagan aus dem Jahr 1984 zu orientieren.
Karl Rove war engster Berater und Mitarbeiter von mehreren republikanischen Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten. Seine Kampagnenführung hat Maßstäbe gesetzt, die auch in europäischer Wahlkampfführung angewendet wurden.
In diesem Fall begeht Rowe allerdings einen schweren strategischen Fehler, indem er das Bemühen des Lagers von US-Präsident Obama (Democrat), die positive Stimmung des Chrysler/Eastwood Werbespots zum Superbowl am 5.2.2012 in politisches Kapital für Präsident Obama umzumünzen, ungewollt unterstützt. Rowe reagiert unmittelbar auf den Spot im Verlauf einer Nachrichtensendung am folgenden Morgen (6.2.2012) aufgreift und damit erst richtig zum Thema macht. Seine Kritik an Chrysler und Eastwood verleiht dem Spot die Aufmerksamkeit, die Obamas Lager erhofft hatte. Es folgt eine tagelange Debatte um die positive wirtschaftliche Entwicklung in den USA und den Anteil von Präsident Obama.


Premium Wordpress Plugin