Die Stimmen sogenannter Klimaskeptiker werden immer lauter und dieses Mal, so scheint es, werden sie erhört. Die deutschen Printmedien berichten nun auch über das Thema anthropologischer Klimawandel und die damit verbundene Skepsis. Aber auch amerikanische Blätter wie das Wall Street Journal lassen renommierte Wissenschaftler zu Wort kommen und warnen vor überstürzter Panikmache. Hat sie nun also begonnen, die langersehnte objektive Klimadebatte?
Wirtschaft
22
Dez 11
Solarer Krieg
Die Hiobsbotschaften aus der Solarindustrie reißen nicht ab: Letzte Woche meldet das Berliner Vorzeige-Solarunternehmen Solon (Adlershof) Insolvenz an. Heute zieht das Erlanger Unternehmen Solar Millennium offiziell nach. Nach “Wir entwickeln die Zukunft” (Slogan von Solar Millennium) sieht das nicht aus. In den USA haben erst vor kurzem mehere Hersteller einen Insolvenzantrag stellen müssen (u.a. SES, Solyndra, Evergreen Solar und Spectrawatt). Auch die deutschen Unternehmen Conergy, Q-Cells und Phoenix Solar schwächeln. Was ist da los? Continue reading →
7
Dez 11
Klimahokuspokus
Seit Tagen schon verhandeln die großen und kleinen Klimaretter der Welt im südafrikanischen Durban über die Fortführung des im Jahr 2012 auslaufenden Kyotoprotokolls. Neue Regeln müssen her und zwar schnell. Schließlich war in Cancún im vergangenen Jahr viel vereinbart worden und nun fehlt der völkerrechtliche Rahmen, der die Vereinbarungen quasi in Stein meißelt und die großen und kleinen Klimaverpester wirtschaftlich bluten lässt. Vereinbart wurde ein GREEN CLIMATE FUND, der den ärmeren Ländern der Welt bei der Anpassung an den Klimawandel dienlich sein und bereits 2012 seine Arbeit aufnehmen soll. Bis 2020 sollen 100 Milliarden (!!!) Dollar jährlich in den Fonds fließen und die ärmeren Länder vor Klimakatastrophen schützen. Die Vereinbarung von Cancún sieht auch die Reduzierung der Erderwärmung um 2 Grad sowie die Begrenzung der Treibhausgasemissionen um 25 bis 40 Prozent bis 2020 gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter vor. So weit, so gut. Aber, wie war das noch Mal, warum gibt es diese, meist erfolglosen, Klimagipfel, was wollen wir eigentlich retten? Das Klima? Will das Klima überhaupt gerettet werden?
24
Nov 11
Eine Lanze für den Förderalismus
Föderalismus ist ein alter Hut der Alliierten. Die Kleinstaaterei führt nur zu Streit. Es braucht einen großen Bruder, der seine machtvolle Keule schwingt, um Probleme vom Tisch zu fegen. So zerreißt ein Kommentar auf Spiegel-Online den deutschen Staatsaufbau in der Luft und bedient sich dabei zahlreicher Bilder. Landesfürsten sind nur interessengeleitete Zwerge, die koordiniertes Handeln nicht zulassen. Continue reading →
10
Nov 11
Alte Erfindungen für neue Herausforderungen
Vielerorts wird Angela Merkel dieser Tage als opportunistisch oder gar wankelmütig bezeichnet. Wie kann es sein, dass eine CDU-Kanzlerin offen für den Mindestlohn eintritt oder mit Hilfe einer Schulform die Hauptschule bundesweit abschaffen möchte? Unfassbar, finden das weite Teile ihrer eigenen Partei. Und auch der liberale Koalitionspartner zeigt sich denkbar geschockt. Ist doch der Mindestlohn ein längst erfundenes „linkes“ Thema, das zum festen Wahlkampfrepertoire der Sozialdemokraten zählt und zudem Dorn im eigenen Auge ist. Continue reading →
3
Nov 11
Es braucht eine Kehrtwende

Bundespräsident Christian Wulff (hier im Gespräch mit Kindern) mahnt eine Kehrtwende bei der Bemessung dessen an, was Glück und Erfolg ist.
“qualitatives Wachstum [zu schaffen], wo man Lebensqualität, wo man Glück, wo man Zufriedenheit anders bewertet als nur in Wachstumsraten, wie das herkömmlich traditionell der Fall ist.”
Ich bin ziemlich sicher, dass Thomas Derale sich gefreut hätte, diese Sätze zu lesen.
Das vollständige Interview mit Bundespräsident Christian Wulff lesen Sie hier. Foto: (C) Copyright Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
2
Nov 11
Eine überraschende Botschaft

Fette-Henne-Gastautor Bernhard Ziegler ist Vorsitzender des Interessenverbandes Kommunaler Krankenhäuser e.V. (www.ivkk.de)
Die Autoren der Studie irren grob, wenn sie einen Zusammenhang zwischen der Lage einer Klinik und ihrer Wirtschaftlichkeit sehen. Wenn überhaupt sind es Kliniken in ländlichen Regionen, die unter professioneller Leitung wirtschaftlich erfolgreich sind, anstatt – wie in der Studie unterstellt - grundsätzlich defizitär. Hingegen kommt es in Ballungsräumen wie z.B. dem Rhein-Main-Gebiet unabhängig von der Trägerschaft dann leicht zu unwirtschaftlichen Strukturen, wenn Angebote nicht aufeinander abgestimmt mehrfach angeboten werden. Dieses Problem wird nicht durch einen Wechsel der Trägerschaft gelöst, sondern nur durch bedarfsgerechte und regional abgestimmte Planung.
Dass die Studie Strukturen beschreibt, in denen Profitabilität als Indikator für Privatisierungschancen gesehen wird, ist mehr als kurzsichtig, wenn man bedenkt, dass die wirtschaftliche Attraktivität des deutschen Gesundheitswesens für private Investoren vor allem aus der öffentlich garantierten Krankenversicherungspflicht und dem daraus resultierenden Solidarsystem resultiert. Risiken (Defizite) öffentlich abzusichern und Profite zu privatisieren ist eine Botschaft, die aus dem Haus der HSH-Nordbank überraschend klingt.
Strukturpolitisch weist die HWWI-Studie zudem in eine bedenkliche Richtung, wenn sie sinkenden Versorgungsbedarf signalisiert. Katastrophenfälle wie Pandemien oder terroristische Angriffe sind in diesen Szenarien völlig unterrepräsentiert. Stationäre Gesundheitsversorgung ist und bleibt jedoch eine Aufgabe der Daseinsvorsorge, die auch solche Situationen mit berücksichtigen muss.
Bernhard Ziegler ist der Vorsitzende des Interessenverbandes kommunaler Krankenhäuser in Deutschland e.V.
18
Okt 11
Der gezielte Griff ins Lenkrad
Die wohl schwerste Aufgabe der Politik ist es, angemessen und rechtzeitig auf aktuelle Bedürfnisse zu reagieren. Bringt eine Abwrackprämie den erhofften Erfolg? Wann werden die öffentlichen Ausgaben zurückgefahren? Um diese Fragen zu beantworten, muss die Politik die wirtschaftliche Lage schnell und präzise einschätzen können. Die dazu verwendeten Messinstrumente sind bekannt und hängen schon seit längerer Zeit am Werkzeuggürtel der Regierungen der Bundesrepublik:
16
Aug 11
Von Bond zu Bonds oder zu Hause bei den Bonds
Wer kennt ihn nicht, den legendären Satz: “Mein Name ist Bond, James Bond.” Dieser Tage ist mit Blick auf Europa nur noch von den (Euro)Bonds die Rede – James hat nicht geheiratet, falls das jemand denken sollte. Gemeint sind vielmehr jene europäischen Staatsanleihen, mit Hilfe derer die kriselnden Euroländer vor der erdrückenden Zinslast und den Spekulanten gerettet werden sollen. Zurzeit (Dienstagabend, 16.8.) besprechen sich die deutsche Kanzlerin und der französische Präsident in Paris zu diesem Thema. Continue reading →
14
Jul 11
Leadership’s Greatest Secret
Es gibt ein kleines Buch mit dem ungewöhnlichen Titel “The Big Five for Life“. Dieses Buch ist in der Politik noch nicht sehr bekannt. Was möglicherweise daran liegt, dass es aufgrund seines fiktionalen Aufbaus als “nette Geschichte ohne praktischen Gebrauchswert” missverstanden werden kann. Dabei hätte es für den Vorstand des Vereins “Werkstatt Deutschland e.V.” und das Kuratorium für die Verleihung des “Quadriga”-Preises eine wichtige Leitschnur bieten und viel Ärger vermeiden können, den sie sich mit der Nominierung des russischen Ministerpräsidenten Putin als Preisträger für “Leadership” eingehandelt haben. Genau darum nämlich geht es bei den Big Five for Life: “Leadership’s greatest Secret” lautet der Untertitel des Buches von John Strelecky im englischen Original.
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30
Jun 11
Die Scheindebatte um den Fachkräftemangel
Der beständige wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland hat bis jetzt gute Arbeit geleistet. Die Zahl der Arbeitslosen sank in den letzten Monaten konstant und ist unter die symbolische Marke von drei Millionen gerutscht. Manch einer mag da schon von einer sich abzeichnenden Vollbeschäftigung sprechen. Reflexartig wird aber gleichzeitig eine Debatte um ein anscheinend akutes Problem entfacht: Fachkräftemangel. Qualifizierte Bewerber seien in Zukunft Mangelware. Dem deutschen Arbeitsmarkt würden national die Arbeitnehmer in vielen Bereichen ausgehen. Continue reading →
26
Jun 11
Hilf(e)losigkeit beim Ausmaß des Schreckens
“Wenn du die Wahrheit suchst, sei offen für das Unerwartete, denn es ist schwer zu finden und verwirrend, wenn du es findest.” Dieser Ausspruch von Heraklit, dem vorsokratischen Philosophen aus dem ionischen Ephesos (5. Jahrhundert vor Christus), trifft durchaus auf die heutige Situation mit dem Euro und Griechenland und, und, und… zu. Das verwirrende an der Debatte um Hilfen/Rettungschirme, Schuldenschnitte/Umschuldungsmaßnahmen und dergleichen mehr ist, dass es offenbar keiner so richtig weiß. Aber dass insgesamt viel nicht gesagt wird, was die Debatte transparenter und somit nachvollziehbarer für uns alle (wir Steuerzahler), machen könnte, liegt ebenfalls auf der Hand. Von der Schwierigkeit, sich hier eine fundierte Meinung zu bilden spricht auch der Blogger-Kollege Spreng:
“Ich habe keine Meinung, weil ich nicht weiß, auf welcher Grundlage ich sie mir bilden, wem und welchen Argumenten ich vertrauen kann.”

















