Die Stunde der Rivalen oder Mainstream as usual? Die CDU muss antworten!

Norbert Bolz stellt im Tagesspiegel zu recht die Frage, ob „die Anpassung der CDU an den sozialdemokratischen Zeitgeist heute nicht auch zur Abspaltung einer „Rechten“ führen könnte“. Das Thema wird nicht erst diskutiert, seit sich einige waidwunde Schwergewichte aus der Politik verabschiedet haben. Einige von Ihnen arbeiten aktiv an einer „politischen Alternative“ zur derzeitigen Union – wenn auch vorerst verdeckt. Allen voran sind da Merz und Clement zu nennen, die vor gar nicht allzu langer Zeit mit ihrem Buch “Was jetzt zu tun ist. Deutschland 2.0″ auf sich aufmerksam machten. Zwar haben die beiden viele Plattitüden aus der „Nicht-Verantwortung“ verbreitet und dem auch noch den pseudomodernen Anstrich „2.0“ verpasst. Dennoch kann diese Aktion als Symptom gewertet werden, dass am Grunde der Union eine Ursache schwelt, die noch für Wirbel in der bundespolitischen Landschaft sorgen dürfte.

Interessant ist in der Tat zu beobachten, wie die Kanzler-Partei der Chimäre hinter herläuft, immer schön Mainstream im vermeintlich linkschlagenden Herzzentrum der Medienöffentlichkeit Gefallen zu finden und geliebt zu werden. Die Linke beobachtet das natürlich genüsslich, schlagen Sie doch zwei Fliegen mit einer Klappe: Abwarten, ohne sich selbst die Finger zu verbrennen und die Zuflucht von Wählern, die lieber dem Original als einer dahergelaufenen Kopie folgen wollen. Wenn die Analyse von Bolz stimmt, dass viele Akademiker, Journalisten und Intellektuelle nicht links seien, sondern sich lediglich maskierten, um in ihren Institutionen überleben zu können, dann wird das ganze Elend der Union offenbar.  Das sieht nach Musterschüler aus, der immer „Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was“ ruft und die Klausuren meisterlich vergeigt. Immer eins besser sein wollen, es allen recht machen wollen und nicht mitbekommen, wie die einstigen Freunde auf der selbst gelegten Schleimspur ausrutschen und verschwinden.

Die Merkel-CDU fährt einen gefährlichen Strategie-Schlingerkurs, der die Linie zwischen den Tönen hinter vorgehaltener Hand und dem, was offizieller Sprachgebrauch ist zu einem Zick-Zack verzerrt. In der Tat bleibt die Frage, an wem sich die Linken irgendwann mal politisch reiben wollen, wenn alle gleichermaßen die Gutmenschen-Korrektheit praktizieren und wieder eine Einheitspartei regiert. Klinkt fast idyllisch, wenn sich alle liebhaben und Linke, Konservative, Rechte, Grüne, Liberale oder was es sonst noch so gibt, in trauter Eintracht die politischen Geschicke lenken. Aber am Ende bleibt die „Komponente Mensch“, die dem erfahrungsbemäß einen Strich durch die Rechnung macht. Das an einem 13. August ausgesprochen, gibt dem Ganzen sogar einen tieferen Sinn!

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