Erbarmen!

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Es ist ein Kreuz! Sprich: eine Last und Qual, denn als solches wurde das heutige Symbol der Christenheit ursprünglich verwendet. Christian Wulff hat viele Freunde in Politk und Medien. Aber er hat offensichtlich auch viele Neider. Und Feinde. Denn nichts anderes als feindselig ist die aktuelle Debatte um ein angebliches Täuschungsmanöver des heutigen Bundespräsidenten gegenüber dem Landtag Niedersachsen. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Fakten, um schnell heraus zu finden, was dran ist am angeblichen Skandal.

Nichts!
Festzuhalten ist: Christian Wulff ist ein Mann, der sich aus einfachen familiären Verhältnissen in Osnabrück bis ins Schloss Bellevue gearbeitet hat. Wobei “einfach” nur scheinbar zutreffend ist, wenn man darunter die nicht wohlhabenden wirtschaftlichen Verhältnisse versteht, unter denen Wulff aufwuchs. Keinesfalls einfach war die familiäre Situation mit Blick auf eine schwere Erkrankung der Mutter und das Verlassen der Familie durch den Vater. Christian Wulff wuchs ohne einen solchen Vater auf.
Weiterhin ist festzuhalten, dass es öffentlichen Wirbel um die Beziehung Christian Wulffs zum Osnabrücker Unternehmer Egon Geerkens gab. Schon 2010 wurde Wulff politisch attackiert, weil er den Weihnachtsurlaub in der Villa des Unternehmers in Florida verbracht hatte. Welche geschäftlichen Beziehungen es zwischen Wulff und Geerkens gebe, wollte die Hannoveraner Opposition damals wissen. Keine, lautete die zutreffende Antwort der Staatskanzlei, an die die Anfrage gerichtet wurde. Hierin, genauer im Umstand eines Privatkredites der Ehefrau Geerkens, sehen politische Gegner und Pressevertreter eine Täuschungsabsicht. Und sie sollten es besser wissen!
Wulff wuchs, wie bereits erwähnt, ohne Vater auf. Er fand die Vaterfigur im Osnabrücker Unternehmer Egon Geerkens, der sich – als ehemaliger Skatfreund des Vaters – des jungen Mannes annahm, lange bevor dieser politisch zu Macht und Einfluss gelangte. Insofern ist Wulffs Beziehung zu Geerkens nicht privater Natur, schon gar nicht geschäftlich. Sie ist familiärer Natur!
Wer würde sich empört haben, wenn Wulff das Darlehn von seinen Eltern erhalten hätte. Niemand. Im Gegenteil: man hätte Wulff für schizophren gehalten, wenn er sich das Geld nicht aus dem familiären Umfeld, sondern von der Bank geliehen hätte.
Dass das Darlehn von der Ehefrau Geerkens gewährt wurde, ist – wie jeder bestätigen wird, der Christian Wulff kennt – keine Täuschungsabsicht gewesen. Viel wahrscheinlicher ist, dass Wulff aus Vorsicht gehandelt hat, um einen Verdacht erst gar nicht aufkommen zu lassen. Solche Übervorsicht hat er des öfteren gezeigt. Es wäre grotesk, wenn Wulff daraus Schaden entstehen sollte!
Das Verhalten der Kritiker, insbesondere des SPD-Politikers Oppermann, der Wulff durchaus privat gut kennt, ist dagegen nichts anderes als erbärmlich!

PS: Zur Vermeidung etwaiger Missverständnisse sei hier erklärt: Ja, ich habe in der Vergangenheit für Christian Wulff gearbeitet und kenne ihn gut. Dennoch ist dies kein bestellter und erst recht kein gekaufter Beitrag eines politischen Verehrers. Dass ich – auch in Bezug auf Christian Wulff – meine Unabhängigkeit wahre, kann jeder hier nachlesen. Ich habe mich in der Entscheidung, wer Nachfolger von Horst Köhler werden sollte, für Joachim Gauck ausgesprochen. Dazu stehe ich. Wie auch zu dem Satz: Christian Wulff ist ein sehr guter Bundespräsident!

Nachtrag 14.12.2011
Ein Interview von Michael Spreng im Deutschlandfunk heute morgen, hat mich bewogen, ihm auf seinen Beitrag im Sprengsatz zu antworten.

Erbarmen! Die Argumenation, sehr geehrter Herr Spreng, in Ihrem Beitrag ist wohlfeil! Was wollen Sie? Geht es Ihnen um differenzierte Betrachtung sehr verschiedener Fälle. Dann sollten Sie tiefer recherchieren und erkennen, dass es a) weder irgendeinen Hinweis auf etwaige Begünstigungen des Herrn Geerkens oder seiner Frau und b) eine sehr lange und familiäre – keineswegs geschäftliche – Beziehung zwischen Herrn Wulff und der Familie Geerkens gibt. Wer die Hintergründe kennt, weiss, dass es hier nicht nur um eine Privatsache geht, sondern faktisch eine Einmischung in familiäre Angelegenheiten des Bundespräsidenten vorliegt. Niemand würde Kritik üben, wenn Wulff sich Geld seiner Eltern geliehen hätte. Wulff hat gerade zu Egon Geerkens und seiner Familie seit vielen Jahren (damals war eine Karriere als Spitzenpolitiker, erst recht als Bundespräsident überhaupt nicht absehbar) eine sehr familiäre Beziehung gepflegt, in die einzumischen die Öffentlichkeit ohne gewichtigen Anlass kein Recht hat!
Geschäftliche Interessen verfolgen wohl eher diejenigen, die an dieser Stelle eine Angelegenheit, die nichts mit dem Amt des Bundespräsidenten zu tun hat, “hochziehen”, um Auflage zu machen oder “Beratungsmandate” an Land zu ziehen.
Sehen Sie nicht, welche Verantwortung auch Sie persönlich tragen, wenn Sie – ohne eine nähere Kenntnis der Umstände – insinuieren, dass es Interessenkonflikte gibt, wo sie (bisher) nicht erkennbar sind? Glauben Sie, dass dergleichen folgenlos für das Ansehen des Amtes des Bundespräsidenten und unseres Staatswesens ist?

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