Halbwertzeit eines Senators

Seine Amtszeit währte nur kurz. Im Grunde hatte der frisch gebackene Berliner Senator für Justiz und Verbraucherschutz – ein im Übrigen ziemlich einmaliger Ressort-Zuschnitt – nicht mal richtig seinen Schreibtisch eingeräumt, als die Fragen hinsichtlich seiner beruflichen Vergangenheit (und vielleicht sogar Gegenwart?!) begannen. Die Fragen nach seinem Verhalten als Notar bei Geschäften mit Immobilien, um deren Qualität es wohl nicht zum Besten stand. Es zeigt wieder einmal, dass Rechtmäßigkeit und moralische Integrität zweierlei sind. Sicher hat Ex-Senator Michael Braun gesetzlich alles richtig, also rechtmäßig gemacht. Das Gegenteil unterstellt ihm auch niemand. Hat er aber auch richtig gehandelt, wenn er wider besseres Wissen nicht versucht hat, Leid von anderen abzuwenden, indem er etwas notariell beurkundet, was offensichtlich “faul” war? Das ist die Frage im neuen Berliner Senator-Gate, die am Ende nur Herr Braun selbst beantworten kann. Eines haben die 10 Tage Justiz- und Verbraucherschutzsenator wieder einmal mehr gezeigt: Salamitaktik in der Politik ist nur selten gut gegangen. Aber warum nicht mal nach dem Motto verfahren, alle Fehler sind schon gemacht worden, aber nicht von allen…

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