Herr Gabriel, mit Abschied von Rente mit 67 wird die SPD zur Opa-Partei

von Marie-Christine Ostermann, Bundesvorsitzende DIE JUNGEN UNTERNEHMER – BJU

Die SPD hat in den letzten Jahren die zwei wichtigsten Grundsteine für mehr Generationengerechtigkeit gelegt: die Riester-Rente und die Rente mit 67. Mit dem Abschied von der Rente mit 67 wird die SPD zur Opa-Partei, denn sie hat nur noch die letzte Babyboomer-Generation der Nachkriegszeit im Blick. Ohnehin werden die großen geburtenstarken Jahrgänge der 50er Jahre von der Politik noch ohne große Abstriche durchgewunken, weil die Rente mit 67 erst im Jahr 2029 vollständig umgesetzt werden soll. Ein typisches Beispiel für eine Politik aus Angst vor den Wählern. Stattdessen sollte die Rente mit 67 bereits jetzt eingeführt werden, damit unser Rentensystem mit immer mehr Transfergeldempfängern und immer weniger Einzahlern finanzierbar bleibt.

Die neu aufgeflammte Debatte in der SPD über die Rente mit 67 allein ist schon kontraproduktiv, weil sie den langsam einsetzenden Erkenntniswandel in der Bevölkerung populistisch untergräbt. Zwar lässt sich längst keiner mehr mit Sprüchen wie „Die Rente ist sicher“ einlullen, aber die Folgen dieser Beschwichtigungs-Rhetorik sind noch überall spürbar. Angesichts der demographischen Entwicklung wächst das Bewusstsein nur langsam, dass die Beschäftigungszeit und damit auch die Finanzierung der Rente verlängert werden muss.

Aber es hat sich schon einiges bewegt: Seit Jahren steigt die Beschäftigungsquote unter über 55jährigen – von 1998 bis 2009 von 37,7% auf 56,2% – beständig an. So steht die Behauptung, die Älteren würden von den Unternehmen nicht lange genug beschäftigt, auf tönernen Füßen. Zum Glück! Denn mit dem Fachkräftemangel, der immer weiter steigt, ist die Kompetenz der älteren Arbeitnehmer ein immer wichtigeres Pfund für unsere Wirtschaft, gerade bei Familienunternehmen.

Jeder Mensch, der sein Leben lang gearbeitet hat, hat seine Rente verdient. Richtig ist aber ebenfalls: In Krisenzeiten müssen alle den Gürtel enger schnallen – auch die Rentner. Derzeit müssen rund 80 Milliarden Euro Steuergelder als Zuschuss ins Rentensystem gegeben werden, um Finanzierungslücken zu schließen. Die Rentengarantie – noch so eine populäre Verbeugung vor der Rentnergeneration, von Union und SPD gemeinsam beschlossen – kostet bis 2016 zehn Mrd. Euro. Immense Lasten schon heute. Ohne größere Generationengerechtigkeit wird man Jüngere nicht dauerhaft motivieren können, in ein Schneeball-System einzuzahlen, bei dem die Letzten im Spiel die Verlierer sind.

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