Hygiene-Gesetz längst überfällig

Mit dem tragischen Tod der drei Babys in der Uniklinik Mainz kommt eine neue Debatte über die Hygiene in Kliniken wieder hoch. Schon zu Zeiten der akuten Gefahr durch die Schweinegrippe wurden große Hygiene-Defizite in den Krankenhäusern bemängelt. Klaus-Dieter Zastrow von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene sprach 2009 in diesem Zusammenhang von einer „nosokomialen Infektion“, die jährlich um die 40.000 Todesopfer fordert! Anscheinend blieb diese Thematisierung im letzten Jahr leider ohne großen Erfolg. Ursache der jüngsten Todesfälle sollen angeblich (Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen) ebenfalls mit  „Darmkeimen infizierte Infusionen“ sein, die den ohnehin schon schwer kranken Säuglingen verabreicht wurden.

Die Bundesregierung reagiert – und plant ein bundesweites „Hygiene-Gesetz“, da ein Großteil der eigentlich dafür zuständigen Bundesländer bis heute keine Vorschriften vorgelegt hatte. Eine erschreckende Beobachtung, wenn man, wie oben schon erwähnt, die immens hohe Sterberate berücksichtigt. Außerdem, allerdings in diesem Zusammenhang leichter zu verkraften, verursachen solche Krankenhausinfektionen jährlich Folgekosten in Milliardenhöhe. Eine längst überfällige Maßnahme, die Rösler nutzen sollte, um sein schwer demoliertes Image ein wenig aufzupolieren. Sowohl FDP-Bundestagfraktionsvize Ulrike Flach, als auch der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, wären bereit,  ein solches Konzept zu unterstützen: Die Koalition ist sich also einig, es muss etwas unternommen werden!



Tags: , , , ,

Ein Kommentar hinterlassen


Premium Wordpress Plugin