Parkplatz Bundesbank

Die Bundesbank macht wieder von sich reden. Schon länger geht es da weniger um geldpolitische Angelegenheiten, als um Personen. So auch dieses Mal. Ein verdienter Bundestagsabgeordneter der FDP, Carl-Ludwig Thiele aus Osnabrück, soll in den Vorstand aufrücken. Das ist an sich nicht weiter verwunderlich, weil Thiele nicht der erste Mandatsträger ist, der dort lukrativ geparkt wird. Zeitler (Bayern), Sarrazin (Berlin) oder Böhmler (B-W) haben es vorgemacht. Nun soll Thiele folgen. Die Personalie ist allerdings selbst in den eigenen Reihen nicht unumstritten. Es wäre auch verwunderlich, wenn sich der umtriebige Thiele in seiner Zeit als finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion nur Freunde gemacht hätte. Für die FDP kommt eine kritische Debatte über diesen personellen Coup allerdings zur Unzeit: Nach der Bundestagswahl hat es den größten personellen Umbruch für die FDP überhaupt gegeben. Der Generalsekretärsposten war lange unbesetzt und im Dehler-Haus stehen nach wie vor einige Stühle leer. Darüber hinaus gerät der Entwicklungshilfeminister immer mehr in die Kritik, weil er nunmehr das Ministerium, das er als General selbst abschaffen wollte, mehr als ausfüllt. Bleibt zu spekulieren, ob dem Job, den Thiele jetzt bei der Bundesbank antreten soll, nicht ein Versprechen des Parteivorsitzenden vorausging. Warum sollte der Betreffende sonst bei den Koalitionsverhandlungen so „still gehalten“ und ganz selbstlos auf jedweden Regierungsjob verzichtet haben?! Was hier mal wieder im krassen Widerspruch zu den gebetsmühlenartigen Beteuerungen, man konzentriere sich stets nur auf Sachpolitik steht, ist natürlich, wer hätte das gedacht: eine Personalie.

Tags: , , , , , , ,

Ein Kommentar hinterlassen


Premium Wordpress Plugin