Pfoten weg!

Was wäre wohl mit der Brent Spar passiert, hätte man sie im ausgereiften Zeitalter von Web 2., 3. oder N.0 versenken wollen? Greenpeace hätte nicht mal an den Deich fahren müssen. Die „Tanne“ wäre per Laptop und iPhone-Apps aus den Fluten der Nordsee geholt worden. Der Vergleich hinkt sicherlich nicht, wenn man sich seit gestern anschaut, was mit Meister Wolfshaut alias Jack Wolfskin passiert: Spiegel-online berichtet über unverhältnismäßig anmutende Abmahnungen des Outdoor-Spezialisten an einige alternative Klamotten-Anbieter bei DaWanda. Jack hätte sich wenigstens mal das friedvolle Portal vorher ansehen sollen „Products with love“ steht da! Nun, die Nettis solidarisieren sich bekanntlich schneller als ´ne Oma über die Strasse gehen kann. Die Kollegen von netzpolitik.org sind eingestiegen und der Sichelputzer auch. Letzterer hat gleich auch auf seine Seite mit dem Social Media Einmaleins verwiesen. Dafür gab`s natürlich von den „N.0-Gemeinde“ sofort Schelte, weil sich im Netz keine Leitfäden anwenden ließen. „Der Weg ist das Ziel von Social Media“ steht da u.a. zu lesen. Machen wir uns nichts vor, die Kerninfo über das Potenzial von sozialen Netzwerken ist bei vielen Unternehmen noch nicht angekommen, auch wenn die Community selbst hier schon wieder weiter ist. Das ist das Dilemma unserer Tage: Die „Netz-Elite“ trifft auf herkömmlich kommunizierende und wirtschaftende Subjekte der sozialen Marktwirtschaft. Dass sich da eine Lücke auftun muss, ist nur allzu klar. Wer von den Normal-Nutzern blickt denn heute noch durch, welche Dynamiken hinter Entwicklungen wie Twitter stecken? Was das Netz, das fälschlicherweise immer noch als „Medium“ bezeichnet wird, noch für Überraschungen bereit hält, kann heute noch gar vorhergesagt werden. Eines hat das Internet aber auf jeden Fall geschafft: das Milchglas des Glaskastens, in dem wir sitzen, ist größtenteils Klarglas gewichen.

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