Steinbrück bekommt Gegenwind aus der SPD

Erster zaghafter Gegenwind: Ralf Stegner nennt Peer Steinbrück unglaubwürdig.

Nun ist es soweit: Peer Steinbrück bekommt ersten, wenn auch noch zaghaften Gegenwind. Ralf Stegner, SPD-Vorsitzender aus Schleswig-Holstein, macht sich auf Twitter Sorgen um die Glaubwürdigkeit der SPD – und ihres Kanzlerkandidaten. Und damit liegt Stegner wahrscheinlich richtig: Nach wie vor weigert sich Steinbrück, Einzelheiten zum Honorar für den Vortrag bei den Stadtwerken Bochum zu nennen. SPD-Sprecher Tobias Dünow mühte sich redlich, im Gespräch mit fette-henne.info Gelassenheit und Normalität zu suggerieren. Diese Fragen hatte ich ihm geschickt:

War Herrn Steinbrück bekannt, dass die Stadtwerke Bochum den Atriumtalk als Bekenntnis zu bürgerschaftlichem Engagement konzipiert und in ihrer Kommunikation mehrfach darauf hingewiesen haben, dass “alle Honorare (…) wohltätigen Zwecken zu Gute” kommen? Bleibt Herr Steinbrück angesichts dieser Sachlage dabei, keine Angaben machen zu wollen, ob er das Honorar für seinen Atriumtalk bei den Stadtwerken Bochum, ggf. nach Versteuerung, aus seinem Privatvermögen gespendet hat? Falls Herr Steinbrück doch Angaben machen möchte: Welchem wohltätigen Zweck hat Herr Steinbrück das Honorar zugewendet? Wie ist bürgerschaftliches Engagement für Herrn Steinbrück mit der Tatsache zu vereinbaren, dass er ein Honorar von einem kommunalen Unternehmen annimmt in einer Höhe, die die Höhe aller anderen von Herrn Steinbrück ausgewiesenen Honorare – und damit auch Honorare, die ihm global operierende Unternehmen mit Milliardengewinnen gezahlt haben, übersteigt?

Dünow wusste nicht, ob Steinbrück die Konzeption der Atriumtalks bekannt war, bei der Honorare einem wohltätigen Zweck zugute kommen. Er konnte nicht abstreiten, dass eine sorgfältige Vorbereitung auf Redeengagements im Gegenwert von 25.000 Euro anders aussieht. Dünow sagte zu, Steinbrück nochmals danach zu befragen. Klar ablehnend fiel die Antwort auf Frage zwei aus: Steinbrück will nach wie vor keine weiteren Angaben machen, ob er das Geld nach Zufluss in sein Privatvermögen und Versteuerung zum Grenzsteuersatz von 48 Prozent noch gespendet hat. In diesem Fall wären die 25.000 Euro der Stadtwerke zumindest teilweise dem Fiskus zugeflossen und wohltätigen Zwecken entzogen. Zwischenzeitlich hat SPIEGEL ONLINE einen möglichen Ausweg für Steinbrück und die Stadtwerke Bochum aufgezeigt. Eine Kommunikationspanne, für die die Agentur verantwortlich sein könnte. So einfach? Wohl kaum: Selbst wenn Peer Steinbrück tatsächlich nicht gewusst haben sollte, dass alle anderen Atriumtalk-Honorare für wohltätige Zwecke gespendet worden sind, würde es ihn nicht von seiner Verantwortung entlasten, dass er Geld von einem kommunalen Unternehmen in einer Höhe angenommen und privat vereinnahmt hätte, die fast doppelt so hoch ist, wie der Honorarsatz für private Banken. Entsprechend knapp fiel auch zu dieser dritten Frage die Antwort des SPD-Sprechers aus. Er will sich mit Steinbrück dazu beraten. Diesen Rat hat ihm Ralf Stegner bereits via Twitter erteilt: unglaubwürdig! Update: Ralf Stegner ist des öfteren durch eigenwillige Kritik gegen Parteifreunde hervorgetreten. Diese Meldung entspringt allerdings (noch) der Phantasie. Der “echte” Ralf Stegner wittert unter @RalfStegner – und hatte bisher nicht die Kraft zur Einsicht. Der Rest des Beitrags ist allerdings harte Realität

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