Posts Tagged: DDR


14
Mai 10

Nicht auf Gegenseitigkeit – wie dann?

»Lafontaine und ich haben uns gegenseitig niemals denunziert.«

Gregor Gysi ist ein begabter Politiker mit großen rhetorischen Begabungen und sehr scharfem Intellekt. Ein anderes Wort für Intellekt ist Verstand. Gysi hat Verstand. Auch wenn seine Politik oft und zuweilen hart bis ins persönliche kritisiert wird, ist sie doch verständlich. Und zwar auf der Basis der politischen Biografie und der Programmatik, die Gysi seit vielen Jahren in der SED/PDS/Linkspartei lebt. In einem aktuellen Interview im Tagesspiegel sagt er vordergründig, was ihn bewegt: »Mir ist wichtig, die Vereinigung der Linken hinzubekommen.«
Gysi versteht es, politische Botschaften  zu prägen wie nur wenige. Um so bemerkenswerter ist das heutige Interview, weil es hintergründig Interpretationen zulässt, die im Zusammenhang mit Gysis Verhältnis zur DDR Staatssicherheit (Stasi) bedeutsam sein könnten: Ist Gysi ein doch ein Spitzel gewesen?
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6
Sep 09

Geheimpolizisten in der Regierung – nein, danke!

Höre ein spannendes Gespräch auf RBB. Leider spät nach Mitternacht in der Aufzeichnung, aber immerhin. Ingo Kahle unterhält sich in seiner Sendung >>Zwölfzweiundzwanzig< < mit dem Leiter der Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen, Dr. Hubertus Knabe. Thema ist - natürlich - der Umgang, das Werben der SPD um die Linkspartei. Knabe wirft der Linken vor allem ihre nachlässige, praktisch nicht erfolgte Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit vor. Neben dem ungeklärten Verbleib der SED-Milliarden betrifft dies vor allem die Duldung von hohen Funktionsträgern mit Stasi-Vergangenheit.
Knabe hat recht: es vermittelt kein gutes Gefühl, wenn Ex-Geheimpolizisten einer Diktatur (oder solche, die sie decken) in die Regierung eines demokratischen Staates eintreten, bzw. sie stützen sollen!
Herr Maas, Herr Matschie, Herr Steinmeier und Herr Müntefering: wie stehen Sie dazu? Continue reading →


28
Jul 09

Twitter hat sich mit Iran-Tweets emanzipiert

Die Bedeutung der westdeutschen Medien für das Bewusstsein und die Meinungsbildung der DDR-Bürger vor 1989 ist nach der Friedlichen Revolution vielfach beschrieben worden. Selbst die ”Täler der Ahnungslosen”, ein in der DDR selbst geprägter Begriff für den Nord- und den Südosten ohne Fernsehempfang, konnten durch terrestrische Hörfunkprogramme erreicht werden. Dies waren noch konventionelle Medien, die noch keinen Informationsaustausch innerhalb der unterdrückten Bevölkerung erlaubten.

Mit den Massenprotesten im Iran und der Nutzung der neuen Medien Twitter&Co. durch breite Schichten wurde nicht nur das Meinungsmonopol eines Regimes sondern auch der klassischen Informationskanäle durchbrochen. Als einziges Rezept dagegen griff man in Teheran zu Netzabschaltungen, die aber zugleich die eigenen Kommunikationsmöglichkeiten massiv begrenzten und damit wiederum auch der Opposition nützten.

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