Im Web 2.0 oder in “Social Media”, wie die interaktiven Plattformen auch genannt werden, erzielt derjenige die größte Resonanz, der in den direkten und offenen Dialog mit Menschen eintritt und dabei auch seine Persönlichkeit zeigt. So authentisch wie sich Bodo Ramelow in den letzten Tagen im Netz gab, will man´s als Leser aber eigentlich auch nicht lesen. Immerhin war oder ist er immer noch Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Thüringen. Und als solcher kappelt er sich schon über mehrere Wochen mit politischen Gegnern im Netz, darunter auch einem anonymen Twitterer mit dem “programmatischen” Namen @rotesgift. Abgesehen davon, dass es nicht sehr klug ist, überhaupt auf Beteiligte ohne offene Identität zu reagieren, hat sich Ramelow durch diesen und andere Twitterer derartig reizen und gehen lassen, dass man ernsthaft fragen muss, ob er seine Aggressionen sonst auch so wenig im Griff hat.
Posts Tagged: Friedliche Revolution
24
Aug 09
Die Rolle Polens für die “Wende” 1989 – die Kraft “Verlorener Völker”
Heute vor 20 Jahren wurde mit Tadeusz Mazowiecki als erster Nicht-Kommunist nach dem Zweiten Weltkrieg polnischer Ministerpräsident. Dieses Ereignis selbst hatte kaum mehr große Auswirkungen auf die politische “Wende” und die “Friedliche Revolution” 1989, weil die Dynamik des Umbruchs schon in mehreren Staaten des Ostblocks eingesetzt hatte. Es war eher eine Art notarielle Beurkundung einer Entwicklung, die in Polen selbst schon zehn Jahre früher. Dennoch gibt es einen guten Grund dieses Datum zum Anlass zu nehmen, die entscheidende Bedeutung des Mutes der polnischen Bevölkerung für die gesamte Wende in Osteuropa zu betrachten.
13
Aug 09
13. August 2009 – Warum ist in Berlin nicht mehr (Teilungs-) Geschichte sichtbar?
Im diesem Jubiläumsjahr, in dem wir uns an die Friedliche Revolution vor zwanzig Jahre erinnern, wird schmerzlich spürbar, dass im Zentrum Berlins die frühere Teilung der Stadt und Deutschlands kaum mehr sichtbar ist. Anfang der neunziger Jahre wurde durch eine Reihe von Fehlentwicklungen und mangelnder Voraussicht der Handelnden verpasst, einen “echten” Mauerabschnitt und einen “authentischen” Grenzübergang zu erhalten. Sicher kann und muss man verstehen, dass die Berliner das Kapitel der Zerschneidung der Stadt hinter sich lassen wollten. Dass jedoch die zentrale Gedenkstätte für die Opfer von Mauer und Stacheldraht an der Peripherie Mittes in der Bernauer Straße entstanden ist, lässt sich kaum einem Berlin-Besucher schlüssig erklären.

















