Posts Tagged: Gut & Böse


3
Sep 09

Rücktritt von Dieter Althaus – nach unterschwelligem “Charakter”-Wahlkampf

Dieter Althaus tritt zurück und beseitigt damit eine Hürde für eine mögliche schwarz-rote Koalition in Thüringen. Das ist eine respektable Entscheidung, mit der er persönliche Konsequenzen aus dem Absturz der CDU bei den Landtagswahlen in Thüringen übernimmt. Nach Aussagen der Demoskopen der Forschungsgruppe Wahlen war das Abschneiden seiner Partei wesentlich auf das Absacken der Persönlichkeitswerte des Ministerpräsidenten zurückzuführen. Diese Entwicklung war eine Folge der Kommunikation nach der Rückkehr von Dieter Althaus. Der unterschwellige “Charakter”-Wahlkampf ging spätestens nach der öffentlichen Kritik des Anwalts der Opfer-Familie an Althaus-Auftritten in Boulevard-Medien verloren.

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31
Aug 09

Unterschwelliger “Charakter”-Wahlkampf in Thüringen nach Unfall von Dieter Althaus

Als Edward Kennedy vor einigen Tagen verstarb, wurde in den Nachrufen an ein Ereignis erinnert, das den jüngsten Bruder John F. Kennedys in seinem politischen Leben immer wieder verfolgte. Ein folgenschwerer Unfall dürfte einer der Gründe für das Scheitern seiner innerparteilichen Kandidatur gegen Jimmy Carter als Präsidentschaftskandidat der Demokraten gewesen sein: Edward Kennedy hatte 1969 beim sogenannten ”Chappaquiddick-Incident” bei einem Ausflug auf der Insel Chappaquiddick spätabends die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war von einer Brücke in einen Gezeitenkanal gestürzt. Er selbst konnte sich unverletzt aus dem Wagen retten, seine Beifahrerin, eine 29-jährige Mitarbeiterin, ertrank in den Fluten. Direkt vergleichbar mit dem Ski-Unfall von Dieter Althaus ist dieser Vorfall bei der genauen Betrachtung der Ereignisse nicht. Denn Kennedy hatte sich vom Unfallort entfernt und erst zehn Stunden später die Polizei verständigt. Althaus dagegen hatte selbst schwerste Verletzungen erfahren und war nachweislich nicht alkoholisiert. Vor allem Letzteres, die Frage nach dem Alkohol, stand bei den Erklärungen von Edward Kennedy immer im Raume, auch nach einem gerichtlichen Schuldspruch und Schmerzensgeldzahlungen. Hatte er sich bewusst der Polizei bis zum nächsten Morgen entzogen? Die Spekulationen darüber nährten Zweifel am “Charakter” des damals noch jungen Politikers – und “Charakter”-Fragen spielen besonders in US-Wahlkämpfen mit ihrem auf Persönlichkeiten zugeschnittenen politischen System eine besondere Rolle.

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24
Aug 09

Die Rolle Polens für die “Wende” 1989 – die Kraft “Verlorener Völker”

Heute vor 20 Jahren wurde mit Tadeusz Mazowiecki als erster Nicht-Kommunist nach dem Zweiten Weltkrieg polnischer Ministerpräsident. Dieses Ereignis selbst hatte kaum mehr große Auswirkungen auf die politische “Wende” und die “Friedliche Revolution” 1989, weil die Dynamik des Umbruchs schon in mehreren Staaten des Ostblocks eingesetzt hatte. Es war eher eine Art notarielle Beurkundung einer Entwicklung, die in Polen selbst schon zehn Jahre früher. Dennoch gibt es einen guten Grund dieses Datum zum Anlass zu nehmen, die entscheidende Bedeutung des Mutes der polnischen Bevölkerung für die gesamte Wende in Osteuropa zu betrachten. 

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6
Mrz 09

Reputation- und Krisenmanagement in der Politik 2.0

Jörg Tauss ist zurückgetreten. Von allen Ämtern und aus Rücksicht auf seine Partei. Zwar beteuert Tauss nach wie vor seine Unschuld, doch schon jetzt gibt es nur noch wenige, die an ein Comeback des Politikers glauben. “Was würden Sie Jörg Tauss raten, fragt Klaus Eck im PR-Blogger, und sieht ihn in der Reputationsfalle. Selbst bei erwiesener Unschuld, so Eck und viele Kommentatoren, werde Tauss es schwer haben, seine alte Stellung als einflussreicher Netz-Politiker zurückzuerlangen. Doch es ist mehr als nur die Reputationsfalle, die Tauss übersehen hat. Continue reading →


18
Mrz 07

Schutz für die Wirtschaft

Liberalen dreht sich der Magen um: Die CDU werde , so heißt es, noch sozialdemokratischer: Sie wird sich im neuen Grundsatzprogrammentwurf für Protektionismus aussprechen, wie der SPIEGEL berichtet. Na und? What’s wrong with that. Wahrscheinlich sind die deutschen auch in diesem Fall zwar nicht päpstlicher als der Papst aber wirtschaftsliberaler als Adam Smith. In anderen Ländern ist es kein Problem, sich schützend vor die eigene (nationale) Wirtschaft zu stellen. Auch der deutschen Regierung würde diese Form der strategischen Wirtschaftspolitik gut zu Gesicht stehen, wenn sie ihren Einfluß in der Welt wahren will. Der gründet sich nämlich auf die wirtschaftliche Potenz unseres Landes. Noch sind wir weltweit die Nummer drei hinter den USA und Japan. Doch auch das ändert sich bald, wenn die Chinesen wie erwartet in diesem Jahr uns Deutsche überholen. Die Kanzlerin tut also gut daran, sich über ordoliberale Bedenkenträger hinwegzusetzen. So ist diese Initiative im neuen Programmentwurf zu verstehen. Mit Sozialdemokratisierung hat das gar nichts zu tun. Ludwig Erhard würde genau so handeln!


27
Feb 07

Taktik ist’s, die bestimmt!

Seit nun knapp drei Wochen bestimmt Familienministerin Ursula von der Leyen die politische Debatte in Deutschland mit ihrem Vorschlag, die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren bis 2013 auf 75000 zu erhöhen. Wie sehr die Ministerin damit einen politischen Nerv getroffen hat, zeigt die SPD, die nun aufgeschreckt versucht, den Verlust familienpolitischer Kompetenz an die CDU zu verhindern, indem sie auf rasche Finanzierungsvereinbarungen dringt. Am kommenden Montag soll sich der Koalitionsausschuß mit dem Thema beschäftigen. Damit droht die Sache ernsthaft Schaden zu nehmen. Continue reading →


22
Feb 07

“Mein Reich ist nicht von dieser Welt”

Nun hat sich mit dem Augsburger Bischof Walter Mixa ein Mitglied der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in den Streit um die Pläne von Familienministerin von der Leyen eingeschaltet und diese als “einseitig und schädlich” für Kinder kritisiert. Es ist bemerkenswert, dass dies just zu dem Zeitpunkt geschah, in dem sich die Bundeskanzlerin zum ersten Mal persönlich zu den Plänen geäußert und sie unterstützt hat.

Ein solcher öffentlicher Widerspruch eines hohen Repräsentanten der Römischen Kirche ist ein Politikum, für das es in der Geschichte der Bundesrepublik nur wenige Beispiele gegeben hat. Continue reading →


12
Feb 07

The Good, the Bad, and the Ugly

Der Spiegel hat in seiner neuesten Ausgabe Nr. 7/2007 ein neues Stück über die Lobbyistenrepublik Deutschland gemacht (Zigaretten: Deutscher Dunst, S. 68 ff.). Es konnte auch kaum ausbleiben nach den Meldungen der letzten Tage zum Thema “Passivrauch/Nichtraucherschutz”. Nachdem aus einer Sitzung von ca. 60 Referenten aus den Ministerien für Gesundheit, Verbaucherschutz und Wirtschaft der Länder am 5.2.07 in Hannover die Meldung einer Einigung über ein einheitliches Gesetz lanciert wurde und verschiedene Ministerpräsidenten diesem Sachverhalt widersprochen hatten, lag etwas in der Luft. Etwas, das dem Widerstand gegen ein Umfassendes Rauchverbot in öffentlichen Räumen und in Gaststätten den moralischen Boden unter den Füßen entziehen würde.

Da seriöse Recherche mindestens einen Grund für die Empörung benötigte, lieferte auch der Spiegel das inzwischen weit verbeitete Argument, jährlich stürben 3.300 Menschen an Passivrauch. Ende der Debatte. Fall ist klar. Auf sie mit Gebrüll!

Schade nur, dass sich das Stück weiter in den Schwarzweiß-Mustern der Vergangenheit bewegt. Continue reading →


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