Posts Tagged: politische Kommunikation


1
Sep 09

Starke Meinungen bereichern die Debatte

Ein junges Projekt im politischen Web verspricht interessant zu werden. Starke-Meinungen.de ist die Plattform, auf der seit wenigen Tagen politisch pointiert publiziert wird. Zur Diskussion wird explizit eingeladen. Das interessante: gestandene Print-Journalisten und TV-Profis wagen sich in die Blogosphäre: Margaret Heckel, Ulrich Reitz, Ursula Weidenfeld aus der Rotation sowie Michel Friedmann und Bärbel Schäfer aus dem Bewegtbild sind die Protagonisten. Weitere Autoren sind angekündigt. Continue reading →


13
Apr 09

@bueti und der Stammtisch

Reinhard Buetikofer gehört zu den Politikern, die früher als andere erkannt haben, was Web-Zweinull-Tools wie Facebook und Twitter an Möglichkeiten für die politische Kommunikation bringen. Wenn man sie richtig versteht und anwendet. Also auf jeden Fall selbst bedient. In einem lesenswerten Interview mit tagesschau.de hat Buetikofer seine persönliche Sicht zu twitter, facebook & co. offenbart. Und er hat das Interview auch selbst als @bueti auf twitter promoted. Continue reading →


4
Apr 09

Professionalisierung vs. Amerikanisierung

Am Freitag abend war ich auf Einladung der Organisatoren des 5. Düsseldorfer Forums für Politische Kommunikation (DFPK) Teilnehmer einer Podiumsdiskussion. “Superwahljahr 2009 – amerikanische Verhältnisse in Deutschland?” lautete die Frage, die meine Mitdiskutanten Ulrich Sarcinelli, Hans-Jürgen Beerfeltz, Barbara Pfetsch und Godehard Uhlemann und ich unter der Moderation von Norbert Robers beleuchtet haben. So unterschiedlich das Panel besetzt war, so unterschiedlich fiel die jeweilige Betrachtung aus. Barbara Pfetsch störte die Vokabel “Amerikanisierung“, die bis dahin vielleicht zu leichtfertig und unreflektiert von allen Teilnehmern verwendet wurde. “Professionalisierung” sei treffender. Ulrich Sarcinelli wies zu recht auf die grundlegenden Unterschiede zwischen Deutschland und den USA hin, wo jede Administration mit der Freiheit – und dem Auftrag – ausgestattet wird, den American Dream jeweils neu zu erfinden. Godehard Uhlemann fand es aus historischen Gründen begrüßenswert, dass es in Deutschland “zum Glück” keine charismatischen Politikerpersönlichkeiten gebe. FDP-Bundesgeschäftsführer Beerfeltz stellte klar, dass eine Besonderheit der erfolgreichen Obama-Kampagne im Internet die Einladung zur Partizipation gewesen sei.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang das Interview von golem.de mit Mary C. Jones, Mitgründerin der Digital Activists, auf der soeben zuende gegangenen re:publica09 über das wirklich Neue und Besondere an der Obama-Kampagne. Continue reading →


30
Mrz 09

Twitter in der politischen Kommunikation

Es ist in jüngster Zeit einiges über die Nutzbarkeit und den Sinn von twitter diskutiert worden. Besonders auch in der politischen Kommunikation. Beispiele reichen dabei vom CSU-Blogger bis zu Markus Beckedahl, Falk Lüke und Julian Zimmermann, die twitter im Rahmen ihrer heute veröffentlichten Kurzstudie immer größere Beliebtheit attestieren.

Zur Anregung der Debatte stelle ich hier die eigene Sichtweise zu twitter in der Politik gerne zur Diskussion: Twitter wird die politische Kommunikation stärker beeinflussen, als viele Denken. Continue reading →


9
Mrz 09

Peter Müller 2.0

Was haben Angela Merkel und Peter Müller gemeinsam? Beide links? Nein, nur weil beide nicht dem konservativen Unionsflügel angehören (wer tut das heute noch?), sind sie nicht links. Was schon eine Gemeinsamkeit wäre, aber die ist hier nicht gemeint. Beide verbindet, dass sie oft unterschätzt werden! Wolfgang Schäuble, Roland Koch und Friedrich Merz sind nur einige Namen, die sich in ihrer jeweiligen Einschätzung von Frau Merkel grob und teilweise endgültig verschätzt haben. Peter Müller hat zwar keine so prominente Strecke politischer Gegner vorzuweisen. Doch unterschätzt wird auch er häufig. Erneut hat er bewiesen, dass er unter den CDU-Politikern und ihrem Verständnis von Web 2.0 in der Politik zu den First-Movern gehört. Peter Müller hat Spreeblick besucht und ein bemerkenswert offenes Interview gegeben! Continue reading →


11
Feb 09

Politik im Netz – Netzpolitik

Blogging und Mikroblogging entwickelt sich – nicht erst seit dem erfolgreichen Obama-Wahlkampf zu einem einflussreichen Faktor der politischen Kommunikation. Blogs, Twitter, FriendFeed oder Facebook werden immer beliebter. Und besser. Eine Plattform, die schon seit Jahren zu den besten gehört ist netzpolitik.org. Netzpolitik ist nun ein echter Coup gelungen. Im Rahmen einer Nielsen-Studie ist die Benutzung der Mikroblog-Plattform Twitter durch die Mitglieder des Bundestages untersucht und vermeldet worden. Sowohl die politischen Parteien als auch viele Medien haben sich auf die je nach Standpunkt mehr oder weniger schlagzeilenträchtigen Ergebnisse gestürzt. Die Twitter-Affinität war bei der Union schwach und bei den Linken gar nicht ausgeprägt. Am stärksten habe die FDP abgeschnitten, hieß es. Prominentester Mikroblogger sei Franz Müntefering.
Es ist Netzpolitik gelungen, mit geringem Aufwand die Oberflächlichkeit der Debatte zu beweisen: der FDP-Sieg sei fragwürdig, weil mehrere Abgeordnete zwar einen Account angemeldet haben, diesen jedoch nicht nutzen. Und SPD-Chef Franz Müntefering ist auch nicht der Nutzer @muentefering. Was Fragen aufwarf nach der tatsächlichen Verfassung des oft hoch gerühmten deutschen Qualitätsjournalismus! Zahlreiche Redaktionen hatten den Münte-Twitter ohne Eigenrecherche übernommen! Chapeau, Netzpolitik!


6
Nov 08

Obama und Ypsilanti – welch ein Unterschied!

Was unterscheidet Andrea Ypsilanti und Barack Obama? Die Antwort auf diese absurde Frage kann nur einen Wortlaut haben: “Alles!” – Falsch, wird der politisch korrekte Beobachter antworten! Beide haben einen Migrationshintergrund und sind als krasse Außenseiter in eine politische Führungsposition gelangt. Continue reading →


6
Jun 08

Politische Kommunikation auf dem Sprung

Die Politische Kommunikation in Deutschland ist längst den Kinderschuhen entwachsen. Sie hat sich etabliert und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren des demokratischen Gemeinwesens in Deutschland. Neben den Verbänden und den Medien hat sich die Branche zum festen Bestandteil des Politikbetriebs entwickelt. Bereits seit einigen Jahren werden mit Branchentreffs wie dem Politikkongress wichtige inhaltliche Diskussionen zur Analyse der Branche und ihrer Weiterentwicklung geführt. Nun zeigt sich die Public-Affairs-Beraterszene der interessierten Öffentlichkeit. Die Seitensprünge Berlin am 26. Juni geben erstmals dem breiten Publikum Gelegenheit, hinter die Schreibtische und in die Kaffeeküchen der Strategie-Experten zu schauen. Klar ist das ein Thema für die Fette Henne – wir bleiben dran!


1
Jun 08

Moral setzt Freiheit voraus – Einschränkungen der Marktkommunikation sind kontraproduktiv für alle Beteiligten

„Alle Produkte, für die Reklame gemacht wird, taugen nichts“, hat einmal ein großer Kritiker der kommerziellen Werbung gesagt. Emotional betrachtet, kann man dem nur zustimmen: Werden wir nicht täglich mit zum Teil aggressiven und nervtötenden Werbebotschaften geradezu bombardiert?! Bei dieser Diskussion sollte man jedoch zwei Ebenen unterscheiden: Die erste und banale Ebene bezieht sind auf die Inhalte von Werbung. Darüber kann trefflich gestritten werden. Ästhetik in Wort und graphischer Gestaltung sind mitunter nicht vorhanden und die Sinne werden geradezu beleidigt – das Gegenteil gibt es aber auch. Continue reading →


10
Jul 07

Politisches Blogging in Deutschland und den USA

Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung ist einer der profiliertesten politischen Blogger überhaupt, Steve C. Clemons, zu Gast in Berlin. Ich hatte das Vergnügen, Steve, den Herausgeber von The Washington Note TWN, heute früh im Rahmen eines kleinen Fachgesprächs mit Journalisten und Experten für politische Kommunikation zu treffen und mit ihm zu diskutieren. Neben faszinierenden Details und Hintergründen zur Washingtoner Politik-Szene sprachen wir auch ausgiebig über die Perspektiven für politisches Blogging in Deutschland.
Natürlich bestehen zwischen den USA und Deutschland auch und gerade im Nutzungsverhalten von Online-Medien (noch) erhebliche Unterschiede. Wie allerdings in anderen Bereichen auch geschehen, wird sich die dortige Entwicklung mit einiger zeitlicher Verzögerung auch hierzulande vollziehen. Politisches Blogging ist dabei eine einzigartige Möglichkeit der Interaktion zwischen Politikern und Wählern. In den USA ist dies längst erkannt, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent bereits Zugang zum Internet hat – und zwar zu mehr als drei Viertel bereits über Breitband-(DSL-)Verbindungen, die für Interaktion unverzichtbar ist. Auch in Deutschland wird sich diesbezüglich die Entwicklung beschleunigen.
Interessanter noch als die generelle Zugangsmöglichkeit ist in den USA die sehr hohe Quote von Internet-Usern, die älter als 55 Jahre sind und daher biografisch vor Windows-Boom und Internet-Hype sozialisiert worden sind. Für diese “Silver-Generation” ist der Einsatz von eMails, VoIP-Telefonie und DSL-Surfen eine viel größere Selbstverständlichkeit als für ihre Altersgenossen hierzulande. Da jedoch gerade die älteren Wähler auch in den USA eher Stamm-Wähler und weniger Wechselwähler sind, erklärt sich hieraus auch die hohe Bedeutung, die dem Web 2.0 und mit ihm die Bloggosphäre bei Politikern einnimmt. Steve berichtete sogar davon, dass Blogging, nicht zuletzt auch sein Blog TWN, inzwischen eine Agenda-Setting-Function einnehmen kann, also in der Lage ist, politische Fragen selbst aufzuwerfen, auf die die Politiker – in diesem Fall Hillary Clinton – eingehen müssen, wenn Sie glaubwürdig bleiben wollen. Von derartigen Verhältnissen träumen Blogger in Deutschland derzeit noch …
Doch Steve war mit seinem Vertrauen in die Entwicklung des politischen Blogging in Deutschland nicht allein. Auch der “Doyen der Politikberater”, Peter Radunski, war der Meinung, dass gerade in der Kommunikation auf Wahlkreisebene das Web 2.0, also die echte Interaktion von Politikern und vernetzter Wahlbevölkerung einen Quantensprung bewirken wird. Eine Voraussetzung ist die schwindende Scheu der deutschen Silver-Generation, der Menschen jenseits der 55, vor dem Internet. Die zweite ist die flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internetzugang auch auf dem Land. Beide Phänomen sind bereits im Begriff, Wirklichkeit zu werden.


8
Mrz 07

Höhen und Tiefen in der Politik

So schnell kann es gehen: eben noch am Boden zerstört durch unvorstellbare Stümperei und gegenseitige Missgunst, scheint die Hamburger SPD seit der Ankündigung von Michael Naumann, als Spitzenkandidat der Elb-Genossen gegen den populären Bürgermeister Ole von Beust anzutreten, alle Sorgen über Bord geworfen zu haben. Ein Schwergewicht, dieser Michael Naumann, ist allerorts zu hören. Eloquent und Anspruchsvoll, weltläufig und telegen. Kann da im roten Stammland der Schmidts und Wehners, der Apels und der Fuchs’, der Dohnanyis und der Kloses noch etwas schiefgehen? Der verduzte Beobachter reibt sich ungläubig die Augen. So ist Politik. Undurchschaubar und überraschend. Beim näherer Betrachtung ist der Befund dann schon etwas nüchterner. Continue reading →


7
Mrz 07

Wo der Beck und der Struck den Most holen

Ein Lehrstück in politischer Trickserei hat nach der montäglichen Koalitionsrunde SPD-Chef Kurt Beck demonstriert. In Interviews hat er das aus Sicht der Sozialdemokraten einzig richtige getan: Die gemeinsam beschlossene Überprüfung des Bedarfs an Betreuungsplätzen für unter-dreijährige Kinder als Rückzieher der Union darzustellen. Die einzig wahre Familienkompetenz sei eben doch in der SPD zuhause, so die gewünschte Lesart bei Beck. SPD-Fraktionschef Peter Struck wird noch deutlicher: Frau von der Leyen habe in der CDU für ihre Politik keine Mehrheit, sagte er im ZDF.

“Es ist offensichtlich so, dass die Union ihrerseits durchaus nicht von den 750.000 Plätzen ausgeht, die Frau von der Leyen öffentlich genannt hat. Ich glaube nach wie vor, dass wir deutlich mehr Plätze brauchen, als es bisher gibt und als bisher prognostiziert sind, und wir bleiben auch dabei, politisch, dass wir uns wünschen, dass dies bis 2010 auch verwirklicht wird.”

Tragisch nicht nur für Frau von der Leyen ist, dass sich Herr Beck sogar auf öffentliche Stellungnahmen von Fachpolitikern der Union berufen kann, Continue reading →


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