Posts Tagged: Twitter


4
Feb 11

Social Web ist auch Arbeit

Die Meldung von Anfang der Woche hat uns mal wieder eines gelehrt: Von nüscht, kommt nüscht! Was war geschehen? Die TU Ilmenau hat eine Studie veröffentlicht, wonach die “Facebook-Euphorie” bei den Politikern abgeflaut sei. In der Untersuchung ist u.a. zu lesen, dass nur ca. 20 % der Politiker überhaupt auf Einträge reagieren. Gut, wenn es sich nur um Spam handelt – das ist in der Tat eine lästige Randerscheinung des welt-weiten Netzes – ist das verständlich. Nur: wer hü sagt, muss auch hott sagen. Ansonsten ist die Botschaft: Finger weg von Social Web. Wer 250 Tage und mehr am Stück nichts zu sagen hat, dem fällt auch am 251. Tag nichts Gescheites ein. Continue reading →


28
Jul 09

Twitter hat sich mit Iran-Tweets emanzipiert

Die Bedeutung der westdeutschen Medien für das Bewusstsein und die Meinungsbildung der DDR-Bürger vor 1989 ist nach der Friedlichen Revolution vielfach beschrieben worden. Selbst die ”Täler der Ahnungslosen”, ein in der DDR selbst geprägter Begriff für den Nord- und den Südosten ohne Fernsehempfang, konnten durch terrestrische Hörfunkprogramme erreicht werden. Dies waren noch konventionelle Medien, die noch keinen Informationsaustausch innerhalb der unterdrückten Bevölkerung erlaubten.

Mit den Massenprotesten im Iran und der Nutzung der neuen Medien Twitter&Co. durch breite Schichten wurde nicht nur das Meinungsmonopol eines Regimes sondern auch der klassischen Informationskanäle durchbrochen. Als einziges Rezept dagegen griff man in Teheran zu Netzabschaltungen, die aber zugleich die eigenen Kommunikationsmöglichkeiten massiv begrenzten und damit wiederum auch der Opposition nützten.

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27
Mai 09

Twitter – Feind der Demokratie?

Twitter in Deutschland hat seinen Skandal! Die Bundesversammlung ist entweiht worden durch die – nun wissen wir es – unseriöse Kommunikationsplattform. Mitglieder der Bundesversammlung (und auch des Bundestages!) habem sich hinreissen lassen, das Wahlergebnis von Horst Köhler vorzeitig zu verbreiten. Au weia!!!
Die Folgen sind unübersehbar. Nicht nur in Form der FAZ Seite Eins. Es darf als gesichert gelten, dass durch dieses “Ereignis” Deutschland nun auch weiterhin auf eine twitternde Kanzlerin warten muss: Angela Merkel hat ihren unmittelbar bevorstehenden Twitter-Start verschoben. Das bestätigten übereinstimmende Quellen aus dem Umfeld der Kanzlerin auf der Medianight der CDU gestern abend.
Ist Twitter so gefährlich? Wohl kaum. Wer Twitter so skandalisiert hat den Micro-Blogging-Dienst entweder nicht verstanden oder handelt unredlich. Oder beides!?!
Die Entscheidung der Kanzlerin ist sogar verständlich: natürlich ist twitter auch für Angela Merkel keine Gefährdung der Demokratischen Grundfesten der Verfassung. In der aktuell aufgehypten Stimmung wäre ein Start der Kanzlerin jedoch leicht propagandistisch auszuschlachten.
Ob es nicht dennoch besser gewesen wäre, die Pläne für das Twittern unbeeindruckt zu verfolgen, ist eine andere Frage. Ich meine: Ja!
Auch um damit ein Zeichen zu setzen. Der Skandal der Bundesversammlung war nicht Twitter. Schon früher sind Wahlergebnisse vor der offiziellen Verkündung “durchgesickert”. Twitter macht da keinen Unterschied zur SMS . Es fällt nur leichter auf, weil der Bezug von Twitter jedem offen steht. Auch die Gefahr von Falschmeldungen entsteht nicht erst mit dem Aufkommen von Twitter. nicht an ein Abo des dpa-Basisdienstes gekoppelt ist.
Früher waren es nur exklusive Kreise aus den Medien oder der Wirtschaft, die mit Vorab-Informationen versorgt wurden.
Kein Journalist hat sich beklagt, wenn ein Wahlergebnis vor der offiziellen Verkündung per SMS auf seinem Handy landete. Im Gegenteil: viele haben einigen Aufwand in Kauf genommen, um die Meldung vor allen anderen abzusetzen.
Nichts anderes hat die twitternden Abgeordneten in der Bundesversammlung bewegt: der Ehrgeiz, mit einer Schlagzeile vor allen anderen rauszukommen. Und dadurch zu zeigen: “Ich bin näher dran!”
Dieser Ehrgeiz wird nicht durch Twitter erzeugt. Er ist schon vorher vorhanden. Und da liegt das Problem. Nicht bei Twitter!
Frau Bundeskanzlerin, twittern Sie!
Von meinem iPhone gesendet Bitte Tippfehlrr zu entschuldihen :-)


14
Apr 09

Twitter als Allzweckwaffe?

“Nu aber langsam mit de jungen Pferde” – Twitter ist nicht nur eine Allzweckwaffe bei der Wahl von Staatspräsidenten in Amerika, sondern auch Schwert für Revolutionäre? Der Eindruck drängt sich auf, wenn man Patrick Braukmann folgt.

“Der Protest gegen die Parlamentswahlen in Moldawien kam auch mit Hilfe von Handy und SMS und – nach deren Abschaltung – Internetdiensten zustande.”

Ganz sicher: twitter ist en vougue und hat tatsächlich Potenzial. Allerdings ist twitter keine Allzweckwaffe. Continue reading →


13
Apr 09

@bueti und der Stammtisch

Reinhard Buetikofer gehört zu den Politikern, die früher als andere erkannt haben, was Web-Zweinull-Tools wie Facebook und Twitter an Möglichkeiten für die politische Kommunikation bringen. Wenn man sie richtig versteht und anwendet. Also auf jeden Fall selbst bedient. In einem lesenswerten Interview mit tagesschau.de hat Buetikofer seine persönliche Sicht zu twitter, facebook & co. offenbart. Und er hat das Interview auch selbst als @bueti auf twitter promoted. Continue reading →


30
Mrz 09

Twitter in der politischen Kommunikation

Es ist in jüngster Zeit einiges über die Nutzbarkeit und den Sinn von twitter diskutiert worden. Besonders auch in der politischen Kommunikation. Beispiele reichen dabei vom CSU-Blogger bis zu Markus Beckedahl, Falk Lüke und Julian Zimmermann, die twitter im Rahmen ihrer heute veröffentlichten Kurzstudie immer größere Beliebtheit attestieren.

Zur Anregung der Debatte stelle ich hier die eigene Sichtweise zu twitter in der Politik gerne zur Diskussion: Twitter wird die politische Kommunikation stärker beeinflussen, als viele Denken. Continue reading →


11
Feb 09

Politik im Netz – Netzpolitik

Blogging und Mikroblogging entwickelt sich – nicht erst seit dem erfolgreichen Obama-Wahlkampf zu einem einflussreichen Faktor der politischen Kommunikation. Blogs, Twitter, FriendFeed oder Facebook werden immer beliebter. Und besser. Eine Plattform, die schon seit Jahren zu den besten gehört ist netzpolitik.org. Netzpolitik ist nun ein echter Coup gelungen. Im Rahmen einer Nielsen-Studie ist die Benutzung der Mikroblog-Plattform Twitter durch die Mitglieder des Bundestages untersucht und vermeldet worden. Sowohl die politischen Parteien als auch viele Medien haben sich auf die je nach Standpunkt mehr oder weniger schlagzeilenträchtigen Ergebnisse gestürzt. Die Twitter-Affinität war bei der Union schwach und bei den Linken gar nicht ausgeprägt. Am stärksten habe die FDP abgeschnitten, hieß es. Prominentester Mikroblogger sei Franz Müntefering.
Es ist Netzpolitik gelungen, mit geringem Aufwand die Oberflächlichkeit der Debatte zu beweisen: der FDP-Sieg sei fragwürdig, weil mehrere Abgeordnete zwar einen Account angemeldet haben, diesen jedoch nicht nutzen. Und SPD-Chef Franz Müntefering ist auch nicht der Nutzer @muentefering. Was Fragen aufwarf nach der tatsächlichen Verfassung des oft hoch gerühmten deutschen Qualitätsjournalismus! Zahlreiche Redaktionen hatten den Münte-Twitter ohne Eigenrecherche übernommen! Chapeau, Netzpolitik!


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