Unanständiges Angebot

Es gibt neues von Peer Steinbrück. Ein Blog ist gestartet, was sich peerblog nennt und sich nicht scheut, seine Existenz mit der Huffington Post zu vergleichen und Peer Steinbrück mit Barack Obama. Deutschland hat noch nicht verstanden, wie Internet-Wahlkampf funktioniert”, schreiben die Autoren und meinen damit: ganz Deutschland, bis auf uns. In einem Kommentar zu einem Beitrag über ein Fernsehduell zwischen Steinbrück und Merkel habe ich meine Meinung über das Projekt an sich unterbringen müssen. Denn auf der Seite “Über uns” waren Kommentare nicht zugelassen.

Hier ist mein Kommentar an das peerblog im Wortlaut:

Liebe Redaktion,
Lieber Herr Steinkühler,
Was soll das? Sie tun so als gäbe es einen journalistischen Anspruch für dieses Blog, aber sie verweigern die Offenlegung, wer dieses Portal finanziert. Ist das Transparenz? Ist das Klar?
Sie beziehen sich auf Barack Obama und die Huffington Post. Ham’ses nich ne nummer kleiner?
Die Huff-Post war eben gerade nicht anonym finanziert. Und sie hatte tatsächlich einen journalistischen Anspruch. Was Sie hier machen, ist billig und unglaubwürdig. Nichts dagegen, wenn Sie ein Blog betreiben wollen, weil Steinbrück Ihnen lieber ist. Aber dann blasen Sie die Backen nicht so auf, indem sie Steinbrück mit Obama assoziieren. Es ist unglaubwürdig, dass Steinbrück nicht zu wissen vorgibt, wer Ihre Plattform finanziert. Das Risiko, dass sich hinter anonymen Gönnern ein “unerwünschter Wohltäter” verbringt, der seine Kampagne überlagern könnte, ist nach den Eskapaden um die Stadtwerke Bochum und seinen ehemaligen Wahlkampfberater zu groß. Michael Donnermeyer und Heiko Geue sind zu erfahren, um das nochmal passieren zu lassen.
Also: Steinbrück weiß bescheid. Dann lassen Sie uns wissen, wer die Plattform finanziert, die ihn über einen grünen Klee lobt und zu pushen versucht. Oder wollen sie auch ein Ehrenwort in Anspruch nehmen, um anonyme Spender zu “schützen”?
Sie sind im Begriff, “Ihren” Kandidaten schwer zu beschädigen. Noch schwerer, als er sich selbst schon beschädigt hat, als er nicht zugeben wollte, dass ein alimentierter Volksvertreter nicht überproportional von einem öffentlichen Unternehmen Geld annehmen darf, selbst wenn dieses ihm das anbietet. Erst recht darf dies kein Politiker, der Bundeskanzler werden will. Selbst dann nicht, wenn er einer Partei angehört, deren letzter Kanzler ohne Skrupel sich für ein Unternehmen anheuern ließ, dem er kurz zuvor erst zum Entstehen verholfen hatte.
Will Steinbrück sich in diese Reihe stellen? Wollen Sie einen Politiker hochschreiben, der nicht den einfachsten Grundsatz von persönlicher Integrität zu beherzigen weiss: unanständige Angebote abzulehnen, wenn nicht klar ist, wer sie macht?

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