Was gesellschaftspolitisch richtig ist, macht auch ökonomisch Sinn

Die Debatte um die Vorschläge zur Verbesserung der Früherziehung von Kindern entwickelt sich zum neuen Mega-Thema in der politischen Debatte und umspannt beinahe alle Lager. In seltener Einmütigkeit werben taz und Wirtschaftsführer wie BASF-Chef Jürgen Hambrecht für die Pläne von Ursula von der Leyen.

Zu den Kritikern der Ministerin gehören auffällig viele CSU-Politiker, wie CSU-Landesgruppenchef Ramsauer. und Generalsekretär Markus Söder. Man muss sich offenbar ernsthaft Sorgen machen: dem unkoordinierten und bizzaren Taktieren vor und während des Abgangs von Ministerpräsident Stoiber folgt nun scheinbar ein weiteres Beispiel für den fortschreitenden Verlust der Realitätsnähe bei der Bayern-Union. Das Thema eignet sich nicht zur Profilierung als Hüter der Bürgerlichkeit gegen ideologische Weltverbesserer von links. Es ist das zentrale Thema für das Deutschland der nächsten Generation: Wenn wir nicht rasch anfangen, unser intellektuelles Potenzial volkswirtschaftlich besser zu nutzen, wird Deutschland weiteren “brain-drain” erleiden und international auch wirtschaftlich den Anschluss verlieren.

Genau in diesem Kontext ist die Initiative der Familienministerin zu sehen. Es geht nicht darum, erziehende Mütter und Väter gegen das Personal in Kitas auszuspielen. Es geht um einen Quantensprung des Bildungs- und Erziehungssystems: Mehr Betreuungsmöglichkeiten, Qualifizierungsoffensive für pädagogisches Potenzial und eine konzertierte Aktion aus Wirtschaft, Politik und Familien. Schluß mit dem Grabenkampf, mitmachen!

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