Wer nicht will, der hat schon

Die FAS nimmt für sich in Anspruch, zu den politischen Leitmedien zu zählen. Hintergründiges zu beleuchten und Zusammenhänge zu erklären. Beim Thema Twitter in der Politik allerdings scheint das nicht zu gelingen. Der heutige Beitrag “Schnell, live, klebrig” (leider nur offline) ist jedenfalls an Plunpheit nicht zu überbieten.


Die Kernaussage läuft darauf hinaus: nichts außer Belanglosigkeiten. Und wenn Twitter diese Sphäre doch einmal verlässt, dann nur durch skandalöse Regelverletzungen wie bei der Köhler-Wahl oder dem Prognose-Leak der Landtagswahlen.
Alle Politischen Twitterer, die Autor Martin Schupp zitiert, stehen im Einklang mit diesem Tenor. QED also? Wohl kaum.
Schupp macht sich gar nicht erst die Mühe, seien Lesern die Unterschiede überhaupt nahe zu bringen. Natürlich trifft es zu, dass viele politische Twitterer den wirklichen Mehrwert der Zwitscherei nicht oder noch nicht erkannt haben.
Doch greift es generell viel zu kurz, Twitter am Inhalt einzelner Tweets zu beurteilen. Kommunikation – und darum handelt es sich auch bei Microblogs – entfaltet ihre Wirkung immer zwischen Sender und Empfänger. Und es kommt auf den Empfängerhorizont an, ob eine Nachricht gehaltvoll oder leer erscheint. Einzelne Sätze oder auch einzelne Tweets haben da wenig Aussagekraft.
Welche Potenziale tatsächlich in Tools wie Twitter schlummern (auch wenn sie noch nicht in der breiten politischen Öffentlichkeit erkannt und angewendet werden, ist die Behauptung kühn, dass Potenzial sei nicht vorhanden!) ist an anderer Stelle vielfach und besser beschrieben worden.
Dass ein Printmedium wie die FAS und die Verlagsbranche insgesamt bestrebt ist, die Bedeutung des interaktiven Internets zu bagatellisieren, überrascht nicht wirklich, oder? Wer nicht will, der hat schon!

—Post von meinem iPhone – ggf. Wechstaben verbuchselt ;-)

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