Widerliche Meinungsmache

Ist das widerlich, was die BILD heute an Dreh in der Kritik an Bundespräsident Wulff konstruiert. Sie werfen ihm vor, dass jemand ein Buch ÜBER ihn beworben hat und stellen durch indirekte Rede des Anwalts des Bundespräsidenten quasi in Zweifel, ob er davon nicht doch etwas wusste. Der ganze Text steht unter, bzw. neben der Balken-Überschrift “Bundespräsidenten-Affäre”. Damit untergraben die Schergen von Kai Diekmann bewusst die Glaubwürdigkeit eines von der Bundesversammlung gewählten Verfassungsorgans! Dass der AUTOR des Buches, Hugo Müller-Vogg, der von der Werbemaßnahme nun wirklich ganz direkt profitiert hat, sogar auf der Payroll der BILD steht, erwähnen sie zwar. Zweifel an dessen Aussage, dass selbst er von dem Gebaren SEINES VERLAGES nichts gewusst haben will, kommen in keiner einzigen Zeile vor. Im Gegenteil: sie zitieren HMV wörtlich: “Davon habe ich erst gestern erfahren!” Dieses Blog will keine Kopie von Stefan Niggemeier’s BILD-Blog sein, aber das muss hier mal gesagt werden: Die Springer-Schmierfinken sollen sich ihre Herz-für-Kinder-Millionen sonstwohin stecken! Sie schmücken mit solchem sozialen Engagement lediglich ihr schon nicht mehr zweifelhaftes Image auf. Journalisten sind Berichterstatter, keine Meinungsmacher!
Wie man mit der Kritik an Christian Wulff verantwortlich umgeht, zeigte heute morgen der Deutschlandfunk, wo Friedbert Meurer ein sehr nüchternes Interview mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel (CDU) führte.

Nachtrag: bei BILDblog entdeckte ich auch diesen sehr lesenswerten Einwurf zur Debatte von Wolfgang Michal

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