Wo ein Wille, da ist ein Weg: CC im Bundestag

Der Deutsche Bundestag ist die Repräsentation des Souveräns. Im Hohen Haus werden die Gesetze beschlossen. Im Einzelfall eine komplizierte Angelegenheit. Um den Durchblick zu er- und behalten, leistet sich der Bundestag seinen “Wissenschaftlichen Dienst”. Hier arbeiten Experten auf Beamten- oder Arbeitsebene daran, Sachverhalte aufzuklären und damit die Grundlage für lückenlose und schlüssige Gesetze zu legen.
Creative Commons ist eine Initiative im Status einer gemeinnützigen Organistion, die die Interessen von Nutzern und Urhebern geistiger Leistungen (Bilder, Musik, Film, Daten, Texte etc.) miteinander zu versöhnen. In Deutschland ist dies bisher ein ziemlich strikter und hierarchischer Prozess, der viel weniger von den Urhebern solcher Geistigen Leistungen, als von den Rechteinhabern bestimmt wird. Das sind jene “Verwertungsgesellschaften” wie die GEMA, denen die Urheber ihre Rechte mit dem Ziel der Wahrung ihrer Interessen übertragen. Zu oft wird dieses Ziel jedoch allein als Durchsetzung kurzfristiger kommerzielle Interessen gesehen und betrieben. Insbesondere unbekannte Künstler haben es unter diesen Bedingungen schwer, denn kommerziell verwerten lässt sich ein Gut oft erst, wenn der Urheber schon bekannt ist.
Creative Commons überlässt es hier in weit stärkerem Maß dem Künstler, über eine kostenlose Nutzung seines Gutes selbst und im Einzelfall zu entscheiden. Leider ist das System der Verwertungsgesellschaften in Deutschland inkompatibel zum CC-Lizenzsystem.
Das könnte sich bald ändern, denn der Bundestag hat sich nun des Themas angenommen. Zumindest soweit, dass er den Wissenschaftlichen Dienst mit der Erstellung eines Dossiers beauftragt hat. Das Ergebnis lässt hoffen:
Der WD kommt zu dem Schluss, dass das CC-System viele Vorzüge hat. Die gefürchtete Anarchie bleibt aus. Mit hoher juristischer Sicherheit lassen sich auch unter CC rechtliche Ansprüche durchsetzen. Aber eben auf flexibler Basis. Allein: es bleibt die Inkompatibilität mit den Verwertungsgesellschaften. Doch auch hier weist der WD einen Weg: in Holland hat es jüngst einen Kompromiss gegeben, der beide Systeme nebeneinandner existieren lässt.
Warum nur in Holland?

Dossier des WD zum Thema Creative Commons: http://short.to/xisn

—Post von meinem iPhone – ggf. Wechstaben verbuchselt ;-)

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