Worum es wirklich geht

Die spannende Frage: Amtsbezug ja oder nein?

Die einzig wirklich entscheidende Frage: Wurde das Darlehn gewährt, weil Christian Wulff Ministerpräsident war? Bundespräsident Wulff und Familie Geerkens verneinen dies klar!

Die Medien und manche Politiker lassen nicht locker. Sie beleuchten das Verhalten von Bundespräsident Wulff immer wieder von allen Seiten. Nur weil die Ausleuchter immer wieder andere Lichtfilter einsetzen, scheint sich ein neues Bild zu geben, was den Vorwurf rechtfertigt, der Bundespräsident sage nicht die ganze Wahrheit, rücke immer nur “scheibchenweise” mit der “Wahrheit” heraus, die man ohnehin schon kenne. Was übersehen wird, ist der Beitrag der “Beleuchter” zu diesem Stück: Nicht der Gegenstand verändert sich dabei, wenn immer neue Lichtfilter eingesetzt werden. Auch nicht das Licht selbst, was aus der Lichtquelle kommt, sondern nur der Schein. Nur die Illusion im Auge des Betrachters. Und das ist das Problem. Es wird ein Schein erzeugt. Ohne zu beachten, was wirklich auf dem Spiel steht.
Dabei geht es nur um eine Frage, die gestern nochmals im Landtag Niedersachsen behandelt wurde: hat der damalige Ministerpräsident den Landtag getäuscht, weil er wusste, dass der Kredit ein Verstoss gegen das Ministergesetz war? Um das zu prüfen genügt eine einzige Frage:
Ließ sich Familie Geerkens davon leiten, dass Christian Wulff Ministerpräsident war als sie ihm das Geld geliehen hat? Oder gewährte sie das Darlehn, weil er ein Freund war? Im ersten Fall hätte tatsächlich ein Verstoß vorgelegen. Im anderen Fall – und das ist die Schilderung von Bundespräsident Wulff wie von Familie Geerkens von Anfang an – war es kein “Geschäft” im rechtlich problematischen Sinne. Dann hätte Ministerpräsident Wulff die Anfrage der Opposition im Februar 2010 korrekt beantwortet. Und dann geht der Täuschungsvorwurf ins Leere!
Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Kritiker diese entscheidende Frage gar nicht stellen wollen. Dass sie die “Affäre” nutzen wollen, um Christian Wulff und der Union im Bund wie in Niedersachsen im Vorfeld der anstehenden Wahlen zu schaden. Aber sie schaden damit dem Amt des Bundespräsidenten und dem ganzen Land. Sieht das niemand??

Quelle: Tagesspiegel, 21.12.2011, S.2

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