Wozu anonyme Blogger?

Auf Netzpolitik.org lese ich einen interessanten Artikel über vermeintliche Gefahren für anonyme Blogger durch Stilometrie, also softwaregestützte Erkennung von Autoren anhand von Textproben. Der Beitrag hat eine Menge Kommentare erzeugt. Ich sehe es ähnlich wie Blogger Michael Vollmer, der Dauernörgler. Warum überhaupt anonym bloggen??

Das Problem des Internets – und auch der Wikipedia, die Netzpolitik-Gast-Autor Simon Columbus in einem zweiten Beitrag zum 26C3 thematisiert hat – ist die anonymiserte Autorenschaft. Grundsätzlich halte ich es für absolut notwendig für die Qualität und Glaubwürdigkeit des Internet, dass klar ist, wer der Absender ist. Nur dann habe ich als Leser/Nutzer die Möglichkeit, den jeweiligen Beitrag hinsichtlich des Informationsgehaltes für mich zu bewerten und beurteilen zu können.

Was die – grundsätzlich unverzichtbare – Möglichkeit des Whistleblowing anbetrifft (z.B. Wikileaks), geht es dabei ja gerade nicht darum, den Absender (der den publizierten Inhalt auch nur DOKUMENTIEREN soll), sondern den Inhalt überhaupt erkennen zu können.

Die Bewertung des Inhaltes – nicht jede anonyme Veröffentlichung ist von allgemeinem Interesse – folgt dann im zweiten Schritt und setzt voraus, die im Inhalt beschriebenen Sachverhalte zu prüfen, indem die Beteiligten Rechenschaft ablegen, bzw. zur Rechenschaftslegung aufgefordert werden. Und zwar nicht vom Whistleblower, sondern von der Öffentlichkeit, wenn es ein öffentliches Interesse gibt.

Anonymes bloggen dagegen ist sinnlos. Entweder habe ich etwas beizutragen, und stehe dazu. Oder ich habe es nicht. Dann lasse ich es.

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